Union baut die Zukunft

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Der 1. FC Union hat seinen Fans und Mitgliedern auf der Mitgliederversammlung die lang erwarteten Stadionpläne vorgestellt. Die bargen einige Überraschungen. Unter anderem auch, dass der Umbau erst im Frühjahr 2019 beginnen soll.

Text: Björn Leffler / Bild: 1. FC Union Berlin

Der Köpenicker Zweitligist Union Berlin will bei seinen Ausbauplänen für die Alte Försterei nicht kleckern, sondern klotzen. Das Stadion, das aktuell rund 22.000 Zuschauern Platz bietet, soll um 15.000 Plätze erweitert werden. Damit würde sich die Kapazität annähernd verdoppeln.

Präsident Dirk Zingler und Dirk Thieme, Vorstandsvorsitzender der „An der Alten Försterei» Stadionbetriebs AG“, präsentierten gemeinsam die Ausbaupläne und zeigten einige spannende Visualisierungen.

Demnach möchte der Verein die Anzahl der Stehplätze von aktuell 18.000 auf zukünftig 28.000 erhöhen. Die Anzahl der Sitzplätze (heute 5.400) soll auf 10.500 erhöht werden, inklusive VIP-Seats. Die Anzahl der regulären Sitzplätze wird bei knapp über 8.000 liegen, womit die DFL-Anforderungen an ein Erstliga-Stadion erfüllt wären. Hiermit wird also klar, wo Union in den kommenden Jahren hin möchte: in die 1. Bundesliga.

Das Stadion soll laut Zingler keine Kopie bereits bestehender Stadien werden, sondern einen eigenständigen Charakter haben, der sich von den austauschbaren Neubau-Stadien der letzten Jahre positiv abhebt. Da die bestehenden Plätze vor einigen Jahren von den Fans in einer beeindruckenden Umbau-Aktion Marke Eigenbau selbst erschaffen wurden, sollen diese Tribünen nicht verändert werden. Die zusätzliche Kapazität soll über einen gänzlich neuen Oberrang erreicht werden, der auf drei der vier Seiten errichtet wird. Die heutige Haupttribüne, selbst erst vor wenigen Jahren fertig gestellt, wird unverändert bleiben.

Bild: 1. FC Union Berlin

Die Gesamtkapazität des Stadions soll damit zukünftig bei knapp 37.000 Plätzen liegen. Der Stadion-Umbau, das betonten Thieme und Zingler immer wieder, wird nicht ohne das Mitspracherecht der Union-Anhänger durchgeführt. Der aktuelle Entwurf ist bereits unter intensiver Anteilnahme der Fangruppen entstanden. Die Union-Fans selbst also haben sich für eine Variante mit neuem Oberrang, neuem Dach, zusätzlichen Treppenhäusern und auch einer neuen Lichtanlage entschieden.

Die veranschlagten Kosten für das Projekt liegen bei rund 38 Mio. Euro. Baubeginn soll allerdings erst im Frühjahr 2019 sein, vorher wird ein sogenanntes vorhabenbezogenes Bebauungsplanverfahren durchgeführt. Hier geht es vor allem um den Lärmschutz für die Anwohner.

Die größte Herausforderung allerdings wird wohl nicht der Lärmschutz, sondern die Infrastruktur am und um das Stadiongelände sein. Hier erhofft man sich ein Entgegenkommen der Stadt Berlin und höhere Taktzeiten der S-Bahn bei Heimspielen des 1. FC Union. Schon heute ist bei Heimspielen das Gelände rund um die Alte Försterei überlastet. Hier haben die Stadtplaner also noch eine Menge zu tun.

Das Thema Stadionbau dominiert also mehr denn je die aktuellen Diskussionen rund um die beiden großen Hauptstadtvereine Hertha BSC und 1. FC Union Berlin. Die Umbau-Pläne der Eisernen lassen jedenfalls schon jetzt eine große Vorfreude auf einen zukünftigen Fußball-Tempel im Berliner Südosten wachsen. Bei Hertha BSC wird man dies gespannt und sicherlich auch etwas neidvoll verfolgen.

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