Viktoria will hoch hinaus – und ein neues Stadion

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Stadion Viktoria Berlin

Wenn in Berlin vom Thema Stadionneubau die Rede ist, denkt man derzeit automatisch an Hertha BSC. Die Blauweißen aus Charlottenburg sind aber nicht der einzige Club, der ein neues Stadion bauen will. Es gibt da noch die ambitionierte Viktoria aus Steglitz-Zehlendorf…

von Björn Leffler

Der Süd-Berliner Viertligist, über den wir bereits im Rahmen unserer CLUBkultur-Reihe berichtet haben, trägt sich seit längerem mit den Ambitionen, in die professionelle dritte Liga aufzusteigen. Dass dies kein völlig utopisches Ziel ist, zeigt die aktuelle Platzierung der Viktoria in der Regionalliga Nordost. Die Steglitz-Zehlendorfer werden die Saison wohl auf einem hervorragenden vierten Platz abschließen, vor so ambitionierten Teams wie dem BAK oder Babelsberg 03, und direkt hinter Energie Cottbus und RB Leipzig.

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann, und so denkt man am Ostpreußendamm in Lichterfelde schon einen Schritt weiter und plant den Bau eines reinen Fußballstadions für den Fall eines Aufstiegs in den professionellen Fußball. Da der Verein seine Wurzeln aber nicht in Steglitz-Zehlendorf hat (wo die Viktoria heute ansässig ist und auch ihre Heimspiele austrägt), sondern im innerstädtischen Tempelhof, möchte der Verein gern dort ein solches Stadionprojekt realisieren.

Daher wurde in der Bezirksversammlung von Tempelhof-Schöneberg durch die CDU-Fraktion der Wunsch geäußert, dass das Bezirksamt einen Ausbau eines der kleineren, bereits bestehenden Stadien prüft. Es soll also eine bereits vorhandene Sportstätte aufgerüstet und somit für die dritte Liga „fit gemacht“ werden. Ein Vorschlag, der – man kennt das aus Berlin mittlerweile ja sehr gut – erstmal auf viel Ablehnung und auch Unverständnis stößt. Dabei ist diese vorausschauende Planung eher positiv zu bewerten. Denn kurzfristige Umbaumaßnahmen führen meist zu Lösungen, die alles andere als nachhaltig sind, sollte der Aufstieg dann gelingen. Natürlich sind sportliche Entwicklungen immer schwer planbar, aber das liegt in der Natur der Sache.

Der Senat weist die Thematik weit von sich und überlässt die Angelegenheit lieber dem Bezirksamt, mit dem Hinweis darauf, dass es schließlich im Jahnsportpark einen Stadion-Neubau geben werde und kein Bedarf für weitere Spielstätten bestehe. Ein Umzug der Süd-Berliner in den Prenzlauer Berg ist für die Vereinsführung allerdings völlig ausgeschlossen, da die Fans des Vereins im Südwesten der Stadt beheimatet sind. Und diese stadträumliche Verbundenheit möchte und sollte sich der Verein auch unbedingt erhalten.

Die Stadt sollte noch einmal darüber nachenken, ob es nicht doch sinnvoll sein kann, ein Stadion auf West-Berliner Seite aufzurüsten, denn schließlich gibt es neben der Viktoria auch noch den Berliner AK, der ebenfalls seit Jahren versucht, mit Macht in den bezahlten Fußball zu gelangen. Auch hier wäre eine moderne Spielstätte notwendig, sollte der Sprung in die Drittklassigkeit gelingen.

Viktoria oder BAK könnten sich sicherlich beiderseits mit einer Spielstätte begnügen, die zumindest im West-Berliner Stadtraum anzusiedeln ist. Da wäre beispielsweise das Poststadion zu nennen, welches seit Jahrzehnten schwer sanierungsbedürftig ist und immer wieder als mögliche Option für einen Stadion-Neubau genannt wird, zuletzt auch im Rahmen der Standortsuche von Hertha BSC.

Es wäre also eine Chance, diese Spielstätte nun endlich in den modernen Fußball zu überführen und den begründeten Plänen des Vereins Viktoria 1889 – aber auch des BAK – eine realistische Variante anzubieten. Dem Berliner Fußball würde dies nur gut tun.

 

Zu einem ausführlichen Portrait über Viktoria 1889 geht es hier: 

Clubkultur, 6. Teil: FC Viktoria 1889 Berlin

 

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