Auf Kaffeefahrt in die Vergangenheit

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Unser Gastautor Daniel Hasert, seines Zeichens Anhänger der Alten Dame Hertha, hat für uns seine Auswärtsfahrt nach Darmstadt in Wort und Bild festgehalten. Wir danken herzlich und zeigen eine Reise in die Vergangenheit – zum SV Darmstadt 98!

von Daniel Hasert

Samstagmorgen 5:30 Uhr – der Wecker meinte es ernst.
Die alte Dame lud zur Kaffeefahrt in die Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Am Böllenfalltor schickte sich der ambitionierte Aufsteiger an, den Höhenflug der Hertha zu stoppen.

Aber der Reihe nach.

Noch weit vor Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg in längst vergangene Zeiten. Natürlich mit dem wie gewohnt nahrhaften Auswärtsproviant (Bifi, Volvic, Milchschnitte und Käsewiener).

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In Darmstadt angekommen machten wir uns auf den Fußweg zum Stadion. Dieser führte uns quer durch den Wald über Matsch und Stein.
Gefolgt von strengen Kontrollen lag es vor uns, das altehrwürdige Merck-Stadion am Böllenfaltor.

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Anfeuern ohne Dach unter freiem Himmel – das erinnerte an gute alte Zeiten im Olympiastadion. Der weitläufige Gästeblock füllte sich allmählich mit blau-weißen Schlachtenbummlern. Leider nicht in der gewohnten vielseitigen Farbenpracht, da die Hausherren sogar das Mitführen von Fahnen und Doppelhaltern untersagten. Da zufälligerweise der ein oder andere kurzfristig an einem Beinleiden litt, konnten die daher nötigen Krücken direkt zweckentfremdet werden – wie praktisch.

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Die alte Dame startete furios und effektiv. Bereits der erste ernstgemeinte Angriff nach 12 Minuten wurde nach einer schönen Kalou-Weiser-Kombination von Ibisevic mit großem Einsatz im Darmstädter Gehäuse versenkt. Hertha blieb nach der Führung weiter spielbestimmend und erhöhte dank eines sehenswerten, direkten Freistoßes von Marvin Plattenharte auf 2:0.

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Die beruhigende Führung ließ Hertha in der Folge jedoch passiver auftreten. Der Aufsteiger kam zu guten Gelegenheiten, welche jedoch dank eines wieder einmal soliden Jarstein ungenutzt blieben. Somit konnten die Gäste mit einer verdienten Führung in die Pause gehen.
Aufgrund vergangener Erfahrungen gibt auch eine 2:0 Halbzeitführung einem blau-weißen Anhänger keinen Grund zu leichtsinnigen Gedanken (z.B. das legendäre und ebenso dramatische 4:4 in Frankfurt aus der letzten Saison).

Doch noch bevor die Darmstädter die Gelegenheit hatten, sich mit einem Anschlusstreffer heran zu kämpfen, sorgte Ibisevic nach einer Ecke für die erleichternde Vorentscheidung. Die Euphorie der Blau-Weißen gipfelte in einem überschwänglichen Tor-Pogo und einer Bierdusche, die jedes Oktoberfest in den Bankrott treiben würde.

Bis zum Spielende verwalteten die Berliner den Vorsprung souverän und setzten einem gelungenen Auswärtsspiel mit dem 4:0 durch Salomon Kalou die Krone auf.

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Drei Punkte im Gepäck und Platz 3 in der Tabelle ließen uns zufrieden den langen Heimweg antreten.
Die Ergebnisse der Konkurrenz lassen mich heute noch die Augen reiben beim Blick auf die Tabelle. Sicherlich weiterhin eine Momentaufnahme, aber diese dauert doch bereits länger an, als es viele der grauen Hauptstadtmaus der letzten Jahre zugetraut haben.

Ausgelaugt und glücklich sank ich um 2 Uhr in mein Kissen. Meinen Traum der letzten Nacht teilte ich sicherlich mit so manch anderem Herthaner. Denn träumen ist ja erlaubt – das sagt auch Pal Dardai.

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