Bolzen im Walde

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Und plötzlich taucht er am Wegesrand aus… Ein Platz, der durch seine bloße Erscheinung die Ausprägung des Fußballs in unseren Kulturkreisen symbolisiert. In einem kleinen Waldstück an der Spitze der Landzunge zwischen Dahme und Großen Zug in Nähe des Siedlungsgebiets Rauchfangswerder bei Schmöckwitz gelegen, ist er ein Freiraum für den heiteren Ballsport mitten im Wald.

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Zwei Baumstämme im Abstand von 2-3 m zueinander postiert, sehen sich mit zwei weiteren ungefähr 18 Meter entfernt konfrontiert. Dazwischen eine Waldlichtung, die den Platz zwischen den Baumpfosten als nahezu rituellen Ort erscheinen lässt. Es ist ein kleiner magischer Ort im Süd-Osten Berlins, der viel über unseren fußballerischen Spieltrieb aussagt.

Was haben wir nicht alles schon verwendet, um Tore zu markieren, wo keine Tore waren. Rucksäcke, Jacken, Kartons, Flaschen – jeder Gegenstand, der gerade handhabbar war, wurde zweckentfremdet, um ein Spielfeld und ein oder im besten Fall zwei Tore zu erzeugen. Denn kicken ohne Tore macht zwar Laune, aber irgendwie fehlt dann der letzte Kick. Nun also mitten im Wald. Eine Lichtung unmittelbar an typischen Brandenburger Badestellen gelegen, dient als Ort der Vergnügung. Alle vier notwendigen Baumstämme sind auf akkurate 2,3m Höhe abgesägt, so dass der Eindruck einer Ehrerbietung gegenüber dem Fußball sich verfestigt.

Auf die Fertigstellung der „Tore“ im klassischen Sinne mit Latten wurde zugunsten des Wald-Themas und eventuell aus fehlenden handwerklichen Gründen verzichtet. Dementsprechend bleibt jeder imaginäre Lattenknaller stete Verhandlungssache…

Axel Diehlmann

P.S. Sofern ihr weitere Plätze sucht, die formellen Richtlinien entsprechen, sei an dieser Stelle noch auf unsere Bolzplatz-Map verwiesen.

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