Clubkultur, 2. Teil: VfB Hermsdorf

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Clubkultur: Berlins Fußball – Das große PANENKA Herbstspecial nimmt Euch mit auf eine Reise durch die Berliner Fußballkultur und erzählt die kleinen und großen (Fußball-)Geschichten der Hauptstadt.

Teil 2: VfB Hermsdorf Berlin

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Ganz im hohen Norden Berlins, kurz bevor es der Bundesstraße 96 folgend über die Stadtgrenze hinüber nach Brandenburg geht, befindet sich einer der traditionsreichsten Berliner Sportvereine: der Verein für Bewegungsspiele Hermsdorf, dessen fußballerische Heimat die Sportanlage an der Seebadstraße ist, unweit vom Strandbad Lübars und dem Heimatmuseum Reinickendorf, eingebettet in die weitläufige Wald- und Wiesenlandschaft rund um das Tegeler Fließ, die den Amateurfußballern nicht selten als Trainingsstrecke für Konditionsläufe dient.

Der Verein, der 1899 gegründet wurde, gehört zu den ältesten Vereinen der Hauptstadt. Die Rot-Weißen aus Nordberlin zählen über 3.200 Mitglieder und damit auch zu den größten Vereinen des Bezirks Reinickendorf, der zu den bevölkerungsstärksten Bezirken Berlins gehört.

VfB Hermsdorf - BFC Dynamo II by ALLESFAHRER

Der Verein bietet seinen zahlreichen Mitgliedern ein breit gefächertes Spektrum an Möglichkeiten: nicht weniger als 18 unterschiedliche Sportarten bietet der VfB Hermsdorf an, neben Fußball sind darunter Sportarten wie Basketball, Badminton, Handball, Leichtathletik oder Kung-Fu vertreten.

Im Fußballbereich zählt der Verein zu den Schwergewichten in Reinickendorf. Sage und schreibe 29 Mannschaften spielen im Verein, von der 2. G-Jugend bis zur 1. Herrenmannschaft, inklusive fünf Seniorenmannschaften und einem Frauenteam. Der Trainings- und Spielbetrieb wird hauptsächlich auf dem Sportgelände an der Seebadstraße durchgeführt, wo ein Natur- und ein Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen, welche sich der Verein mit der angrenzenden Fließtal-Grundschule teilt, wie auch die auf dem Schulgelände stehende Turnhalle. Angrenzend an die Fußballplätze befinden sich noch einige Tennisplätze mit Sandbelag. Zusätzlich haben die Fußballer des Vereins die Möglichkeit, auf zwei weitere Plätze an der Heidenheimer Straße auszuweichen, die von mehreren Vereinen des Bezirks genutzt werden, unter anderem vom Ortsrivalen FCK Frohnau.

Zu den größten sportlichen Erfolgen der Fußballabteilung gehören mit Sicherheit die Spiele gegen den 1. FC Union Berlin im Rahmen des Berliner Landespokals. Im Halbfinale 2007/08 gelang den Hermsdorfern in der Alten Förserei nach einem 1:1 nach 90 Minuten sensationell der Einzug ins Endspiel: sie gewannen die Partie 8:7 im Elfmeterschießen. Ein Jahr später gelang dem VfB erneut der Einzug ins Halbfinale, und wieder hieß der Gegner 1. FC Union Berlin. Wieder konnte man die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus ins Elfmeterschießen zwingen, unterlag dann allerdings mit 1:4. Die beiden Halbfinalpartien sind in Hermsdorf bis heute legendär.

Im vergangenen Jahr mussten die ersten Herren mit dem Abstieg aus der Berlin-Liga einen, sportlich gesehen, schweren Schlag hinnehmen. Der Verein, der es insgesamt auf 18 Spielzeiten und 630 Spiele in der Berlin-Liga gebracht hat, führt die ewige Tabelle der Liga mit 249 Siegen und 898 Punkten an. Diese 18 Jahre verbrachten die Hermsdorfer ununterbrochen in der Berlin-Liga. Zum ersten Mal seit 1998 also findet die Berlin-Liga in diesem Jahr ohne den VfB statt.

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In der Landesliga soll nun der direkte Wiederaufstieg in Angriff genommen werden. Statt BFC Preussen, Tasmania oder Blau Weiß 90 heißen die Gegner nun Hohen Neuendorf, Wittenauer SC oder Stern Marienfelde. Immerhin stehen damit einige spannende Lokalderbys an.

Bei der Mission „Wiederaufstieg“ setzt der Verein auf einen neuen Trainer: Der 59-jährige Detlef Fitzek soll die VfB-ler wieder zurück in die Berlin-Liga führen, unterstützt von Co-Trainer Uwe Großmann (51). Im Vorfeld der Saison war der Wiederaufstieg des VfB Hermsdorf von vielen Experten aber eher skeptisch gesehen worden. Grundsätzlich scheint die Landesliga (1. Staffel) in diesem Jahr völlig offen zu sein, klare Favoriten auf die Aufstiegsplätze lassen sich nicht wirklich ausmachen.

Der Start in die Saison allerdings gelang den ersten Herren aus Hermsdorf durchaus gut, nach 10 Punkten aus fünf Spielen stehen die Reinickendorfer auf dem 4. Platz. Platz eins berechtigt zum direkten Wiederaufstieg in die Berlin-Liga, Platz zwei führt in die Relegation mit dem Zweitplatzierten der 2. Staffel.

Der VfB Hermsdorf hat die Berlin-Liga also zumindest wieder im Blick, auch wenn der Weg zum Wiederaufstieg noch weit ist. Der Verein, der lange sogar auf den  Aufstieg in die Oberliga spekulierte, will so schnell wie möglich zurück in Berlins höchste Liga. Eine Liga, in die der Traditionsverein aus dem Norden eigentlich auch gehört. Vielleicht gelingt es der Mannschaft von Detlef Fitzek ja auf Anhieb, die Verhältnisse wieder geradezurücken. Wir werden dies mit großem Interesse verfolgen.

Interessierte Sportler und Eltern können sich auf der offiziellen Homepage des Vereins über das vielfältige Sportangebot informieren: www.vfbhermsdorf.de

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