Clubkultur, 4. Teil: SV Lichtenberg 47

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Clubkultur: Berlins Fußball – Das große PANENKA Herbstspecial nimmt Euch mit auf eine Reise durch die Berliner Fußballkultur und erzählt die kleinen und großen (Fußball-) Geschichten der Hauptstadt.

Teil 4: SV Lichtenberg 47

Berlin Lichtenberg

Text: Björn Leffler
Fotos: flickr / Florian Weigl

Nachdem wir uns im dritten Teil unserer Reihe „Clubkultur: Berlins Fußball“ mit einem einstigen und derzeit wieder erstarkenden Schwergewicht der Berliner Fußballlandschaft beschäftigt haben, nämlich dem Steglitzer Verein BFC Preussen, soll es auch im vierten Teil der Serie um einen der Großen der Hauptstadt gehen: Wir widmen uns heute dem SV Lichtenberg 47.

Gleich am Anfang des Artikels haben wir also das absolute Unwort in den Mund genommen: „BFC Preussen“. Der Oberligist Lichtenberg 47 war im Mai diesen Jahres als absoluter Favorit in das Finale um den Berliner Vereinspokal gegangen, erlebte aber beim 0:1 gegen den eine Klasse tiefer kickenden Berlin-Ligisten BFC Preussen eine der größten Enttäuschungen der vergangenen Jahre. Beide Kombattanten galten vor der Saison in ihren Ligen als große Aufstiegsaspiranten, konnten jedoch die in sie gesteckten hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der Gewinn des Pokalendspiels und die damit garantierte Einnahme der sechsstelligen Startprämie sollte den Lichtenbergern die Saison letztlich aber doch noch versüßen. Der Pokal ging jedoch nicht unverdient nach Steglitz, und damit auch das Geld sowie das Spiel gegen den Bundesligisten 1. FC Köln.

Trotz der schmerzhaften Niederlage und des nicht realisierten Aufstiegs (die Lichtenberger schlossen die Liga auf einem guten fünften Tabellenplatz ab) ist man beim SV Lichtenberg 47 zurecht stolz auf das, was man sich in den vergangenen zehn Jahren aufgebaut bzw. zurückerobert hat. Der Verein, der bis zur Wende in der höchsten Ost-Berliner Spielklasse, der Bezirksliga kickte, musste in den Jahren nach der Wiedervereinigung mehrere Abstiege bis hinunter in die Landesliga verkraften und konnte erst ab 2001 unter der Federführung von Udo Richter die Rückkehr in die NOFV-Oberliga realisieren, in der man sich für vier Jahre halten konnte. Dann mussten die „47er“ einen erneuten Abstieg verdauen.

Die Lichtenberger brauchten allerdings nicht lang, um sportlich wieder oben mitzuspielen. In der Saison 2007/08 scheiterte das Team denkbar knapp (1:1, 0:0) gegen die Reserve des 1. FC Magdeburg am Wiederaufstieg in die NOFV-Oberliga. In den kommenden Jahren musste sich Lichtenberg 47 also mit Berlins höchster Spielklasse, der Berlin-Liga, zufrieden geben, ehe 2011/12 mit der Vize-Meisterschaft die lang ersehnte Rückkehr in die Oberliga gelang.

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Und damit nicht genug, schon in der ersten Saison landeten die Rot-Weißen auf einem hervorragenden 7. Platz, den sie in den folgenden Jahren bestätigen und sogar übertreffen konnten (2013/14: 3. Platz, 2014/15: 4. Platz). Das führte dann eben dazu, dass das Team von Trainer Hasan Keskin im vergangenen Jahr zum Top-Favoriten auf den Aufstieg in die viertklassige Regionalliga galt. Eine Favoritenrolle, welche die Lichtenberger selbst im Übrigen nie wirklich haben wollten, und die sie letztlich auch nicht bestätigen konnten, trotz einer gefestigten und über Jahre eingespielten Mannschaft.

Nach den Abgängen einiger Leistungsträger und der verpassten DFP-Pokal-Finanzspritze konnten die Lichtenberger in diesem Jahr auf dem Transfermarkt wenig überraschend keine großen Sprünge machen und werden von den Experten eher im oberen Tabellendrittel, aber nicht wirklich auf Platz eins, dem Aufstiegsplatz, erwartet. Allen Unkenrufen zum Trotz startete das Team aber mit einer Ausbeute von starken 16 Punkten aus sieben Spielen und hat sich damit direkt auf den zweiten Platz des Tableaus geschoben, nur zwei Punkte hinter Tabellenführer Hertha 06.

Möglich also, dass den Fußballern vom SV Lichtenberg 47, der neben Fußball auch Tischtennis, Boxen und Kegeln anbietet, sogar der ganz große Wurf, also der Aufstieg in die Regionalliga gelingt. Dass der Verein die strukturellen Voraussetzungen dafür besitzt, ist unbestritten. Schließlich spielen die Rot-Weißen in der HOWOGE-Arena Hanz Zoschke, die mit einer Kapazität von knapp 10.000 Plätzen nach der Alten Försterei in Köpenick Berlins zweitgrößtes reines Fußballstadion ist. Und bei einem Aufstieg in die Regionalliga könnten diese 10.000 Plätze wohl auch bald mal wieder ausverkauft sein…

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Informationen und Neuigkeiten zum SV Lichtenberg 47 gibt es auf der offiziellen Internetpräsenz des Vereins: www.lichtenberg47.de

Zum ersten Teil der Serie (Berolina Mitte) geht es hier, zum zweite Teil (VfB Hermsdorf) gelangt Ihr hier. Und hier geht es zum dritten Teil über den BFC Preussen.

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