Der Berliner AK 07 – „Wir sind Berlin“

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Heute abend ab 19:00 Uhr spielt der Berliner AK 07 beim VfB Auerbach um die Tabellenführung in der Regionalliga und um die Chance sich als dritte Kraft im Berliner Fußball zu etablieren.

Old Turnstiles at Poststadion for Berliner AK 07 v. FSV Zwickau

Beheimatet im altehrwürdigen Poststadion gehört der Weddinger Verein zu den Berliner Traditionsvereinen. Im Dezember 1907 als Berliner Athletik-Klub 07 gegründet, verfügt der Verein seit 1908 über eine eigenständige Fußballabteilung. Relativ erfolgreich wurde diese aber erst in den 90er jahren, als der Durchmarsch von der Kreisklasse in die Oberliga gelang. Die Integration der BSV Mitte im Jahr 2004, die zuvor als BFC Güneyspor und Fenerbahce Berlin gespielt hatte, prägt das Image als deutsch-türkischer Verein, welches durch die im Juni 2006 bekanntgegebene Kooperation mit dem türkischen Erstligisten Ankaraspor und die zeitweilige Umbenennung (2006 – 2011) in Berliner Ankaraspor Kulübü 07 noch verstärkt wurde. Schon 2007 kündigte Ankaraspor das finanzielle Engagement, wodurch die gerade neu zusammengestellte Mannschaft den Verein verließ. Mit einer besseren A-Jugend-Truppe schaffte der BAK dennoch den Klassenerhalt in der Oberliga in den Jahren 2008 und 2009 und ebnete somit den Aufstieg in die Regionalliga 2011. Durch den Gewinn des Berliner Landespokals im Mai 2012 qualifizierten sich die Berliner für den Erfolg der Vereinsgeschichte, der ihnen einen kleinen Legendenstatus verschaffen sollte…

Im August 2012 wurde die TSG Hoffenheim in der ersten Runde des DFB-Pokal mit 4:0 nach Hause geschickt. Niemals zuvor erlebte ein Bundesligist bei einem Regionalligisten eine solch derbe Niederlage. Es war auch einer dieser legendären letzten Auftritte von Tim Wiese, der infolge dieser Erlebnisse sich in der berühmten Trainingsgruppe 2 der Hoffenheimer allmählich dem Wrestling-Geschäft zugewandt hat. Noch heute pumpt der liebe Tim 100 Liegestütze mehr, wenn er an jenen Tag denkt.

Für den BAK war dieser Erfolg ein unheimlich wichtiger Schritt in die öffentliche Wahrnehmung als aufstrebender Berliner Verein. Nachdem diesem Sensationserfolg im Pokal auch der kontinuierliche Aufstieg im Amateurfußball folgte, steht der BAK heute vor der Chance, mit einem Sieg in Auerbach einen überdurchschnittlich wichtigen Schritt Richtung Relegationsspiele zur Dritten Liga zu vollführen. Drei Punkte und zwei Tore trennt die Truppe von Trainer und Unioner Steffen Baumgart vom Status Spitzenreiter. Apropos Union Berlin: auch der mit Union-Legendenstatus gesegnete Karim Benyamina trug seinen Teil zum Erfolg des BAK zu Anfang der Saison bei, spielt aber inzwischen für Viktoria 98 Berlin.

Nachdem der direkte Konkurrent um den Aufstieg – der FSV Zwickau – vor zwei Wochen in Auerbach Punkte hat liegen lassen, sind die Berliner natürlich gewarnt. Alles andere als ein Sieg würde wohl die Aufstiegshoffnungen zwei Spieltage vor ultimo begraben. Sofern der BAK gewinnen sollte, stünden die Chancen aber recht gut, da mit dem ZFC Meuselwitz und Budissa Bautzen im Vergleich zu den Zwickauer Gegnern FC Schönfeld und Carl Zeiss Jena das vermeintlich leichtere Restprogramm ansteht. Wir blicken heute also gespannt ins sächsische Auerbach ins „VfB-Stadion“ und nehmen das heutige Spiel zum Anlass, um einen Blick auf die Protagonisten des Vereins zu werfen. Viel Erfolg, BAK!

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