Ein Hamburger Trauma namens Papierkugel

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Es begab sich im Frühjahr 2009, als der HSV und Werder Bremen intensive Derby-Wochen verlebten. Innerhalb von 18 Tagen spielten die beiden konkurrierenden Vereine gleich vier Partien aus. Das Halbfinale des DFB-Pokals, das Halbfinale im UEFA-Cup und ein relativ bedeutungsarmes Bundesligaspiel  wurden ausgetragen. Klarer Punktsieger jener Wochen im April und Mai war Werder Bremen, das beide angestrebten Finalspiele erreichte und auch in der Liga sich durchsetzen konnte. Zumindest konnte der HSV das Trostpflaster der besseren Platzierung in der Abschlusstabelle damals verbuchen. Wäre der Besonderheit des intensiven Derby-Austauschs nicht schon genug, ereignete sich noch eine Situation, die sowohl an der Elbe als auch an der Weser Bestandteil der Legendenbildung ist. Auf der einen Seite Trauma, auf der anderen Seite Kult.

Es geht dabei um ein Corpus delicti, das seinesgleichen sucht. Ein Papierknäuel, kaum größer als ein Golfball, wurde in manipulativer Manier halbwegs gezielt aufs Spielfeld geworfen. Die Kugel wurde aus einer Papptafel der Hamburger Choreo geformt und ihre Platzierung war spitzfindig. Wäre die betreffende Kugel im Strafraum oder gar Fünfmeter-Raum gelandet, wäre ihr wohl relativ schnell der Garaus gemacht worden. Den Ordnungssinn des Torhüters einkalkulierend, wurde die Papierkugel zwischen Strafraum und Eckfahne postiert, um eine Entfernung derselben vom Spielfeld zu verhindern und dennoch für richtungsweisende Spielsituationen zu sorgen. Raffiniert. Doch wer kam auf diesen ausgeklügelten Schachzug?

Wir wollen dem halbwegs investigaten Charakter von DER PANENKA gerecht werden und veröffentlichen nun die Hintergrundgeschichte, die wir nur wenige Tage nach dem betreffenden Spiel mit unseren zahlreich in Europa verteilten Kameradrohnen aufzeichnen konnten. Nach nunmehr sieben Jahren haben alle die Wahrheit verdient. Dittsches Übersprungshandlung…

 

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