Fußball-Equipment der dritten Dimension

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Als wir erstmals davon hörten, dass es nun Schienbeinschoner aus dem 3D-Drucker gibt, fanden wir das erstmal skurril, dann aber interessant. Wir wollten mehr über die Sache erfahren und sprachen daher mit dem Geschäftsführer der Firma Bernstein Innovation, Jakob Schmied, über seine Innovation „ZWEIKAMPF Schienbeinschoner“.

Das Interview führte Björn Leffler.
Fotos: Bernstein Innovation GmbH

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Jakob Schmied, Geschäftsführer der Bernstein Innovation GmbH und Erfinder der „ZWEIKAMPF Schienbeinschoner“

Die Firma Bernstein Innovation sitzt im österreichischen Linz und bringt das Produkt ZWEIKAMPF heraus, ein Schienbeinschoner für Fußballer, der via 3D-Drucktechnologie erstellt wird. Die Firma entwickelt High Tech-Produkte aus Kunststoff für unterschiedlichste Branchen, etwa die Design- oder Medizinindustrie. Gefertigt werden die Produkte mittels des Selektiven Lasersintern-Verfahren (SLS).
Erstmals drängt diese neuartige Technologie nun also auch in den Fußballbereich. Wir interviewten den CEO und Mitbegründer von Bernstein Innovation, Jakob Schmied, dazu.

DER PANENKA: Hi Jakob, danke Dir, dass Du Dir die Zeit nimmst, mit uns über Euer Unternehmen und das Produkt ZWEIKAMPF zu sprechen. Erste Frage: Was ist Deine Aufgabe bei der Bernstein Innovation GmbH?

Jakob: Ich bin als CEO in der Geschäftsführung tätig und führe das Unternehmen gemeinsam mit meinem Vater. Schwerpunktmäßig bearbeite ich die Themen PR, Marketing, Sales und Personal. Und natürlich liegt ein ganz großes Augenmerk auf ZWEIKAMPF.

DER PANENKA: Eure Firma sitzt in Linz, in Oberösterreich. Fertigt Ihr dort auch Eure Produkte an?

Jakob: Die Firmenzentrale ist zwar hier in Linz, unser Produktionsstandort befindet sich allerdings im Waldviertel in Niederösterreich.

DER PANENKA: Wie lang gibt es Eure Firma und das Produkt ZWEIKAMPF denn schon?

Jakob: Unsere Firma gibt es seit etwa drei Jahren. Wir fertigen Produkte für den Industriegebrauch und sind dabei Innovationsführer in Europa. Neben Produkten für die Industrie wollten wir dann aber auch ein Projekt umsetzen, welches uns wirklich am Herzen liegt und sich auch im 3D-Druck gut umsetzen lässt. Unsere Designer haben viele verschiedene Modell, aus denen wir dann nach vielen Tests die perfekte ausgewählt haben.

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DER PANENKA: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, einen Schienbeinschoner „drucken“ zu lassen?

Jakob: Es war meine Idee, die ursprünglich aus reinem Eigeninteresse entstanden ist. Da ich selbst leidenschaftlich gern gegen den Ball trete, aber immer wieder mit Problemen am Schienbein wie Knochenhautentzündung und Überlastungsreaktionen zu kämpfen hatte, bin ich vor einigen Jahren zum Arzt gegangen und habe ihn gefragt, wie ich dagegen vorgehen kann.
Der Arzt riet mir, einen Schienbeinschoner zu kaufen, der nicht so hart auf das Schienbein drückt. Vorbild dabei waren die Karbonschützer, die bei den Skifahrern im Einsatz sind. Die sind aber wahnsinnig teuer! Daher habe ich vor fünf Jahren gemeinsam mit einem Freund erstmals versucht, einen eigenen Schienbeinschoner zu entwickeln, der sich vom Standard absetzt. Aber leider hatten wir damals noch keinen Zugang zu den technologischen Entwicklungen. Mit der uns nun zugänglichen 3D-Drucktechnologie konnten wir das Projekt nun aber verwirklichen, glücklicherweise.

DER PANENKA: Wie lange habt Ihr für die gesamte Entwicklung des Produkts benötigt?

Jakob: Für die gesamte Entwicklung von der Ideenfindung bis zum ersten verkauften Schonerpaar haben wir insgesamt eineinhalb Jahre benötigt. Wir haben ZWEIKAMPF parallel zu anderen Produkten entwickelt, und sind daher mit der Entwicklungszeit auch sehr zufrieden.

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DER PANENKA: Seit wann kann man die Schienbeinschoner nun bei Euch erwerben?

Jakob: Seit Mai 2016 kann man ZWEIKAMPF im Shop auf unserer Website erwerben, in rund zwei Wochen sind die Schoner auch im Handel erhältlich, zuerst in Innsbruck. Wir wollen damit auf jeden Fall in den stationären Handel und suchen dabei nach fußballspezifischem Fachhandel, da es sich bei unseren Schonern um ein Premiumprodukt handelt. Das braucht schon das entsprechende Verkaufsumfeld, um unsere Zielgruppe anzusprechen.

DER PANENKA: Ein Paar Schienbeinschoner kann ich mir ja praktisch in jedem Sportgeschäft kaufen. Was ist das besondere an Eurem Produkt, wodurch grenzt Ihr Euch vom „Durchschnitts-Schienbeinschoner“ ab?

Jakob:  Der größte Vorteil, der uns in der Entwicklung auch über alles ging, ist der Tragekomfort. Der schlägt eigentlich alles. Übliche Schienbeinschoner schmerzen oder drücken, weil sie einfach nicht passen. Zudem soll der Schoner optisch ansprechend sein, das Bein dabei immer noch schützen und so leicht wie möglich sein. Aus all diesen Komponenten wollten wir das Optimum herausholen, und ich denke, das ist uns ganz gut gelungen.

DER PANENKA: Du meintest, die Leichtigkeit bei gleichzeitigem Schutz war Euch sehr wichtig. Wie schwer ist denn ein einzelner Schienbeinschoner?

Jakob: In der Größe M wiegt ein Schoner exakt 75 Gramm. Die Dicke beträgt 7 Millimeter. Und der Kunde kann aus drei unterschiedlichen Inlays, die die Dämpfung beschreiben, wählen: Comfort, Allround und Performance.

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DER PANENKA: Du sagst „Größe M“, das heißt es gibt Eure Schoner in unterschiedlichen Größen? Es wird also nicht jedes einzelne Bein gescannt, bevor der Schienbeinschoner gefertigt wird?

Jakob: Nein, da sind wir anders herangegangen. Wir haben insgesamt 250 Spielerbeine gescannt, mittels eines speziellen Algorithmus analysiert und daraus die drei Größen S, M und L entwickelt, die in der Regel allen Spielern passen. Eine Maßanfertigung für einzelne Spieler, ein sogenanntes „Pro-System“, testen wir aktuell. Aber das ist derzeit nichts, was für die Produktion in größeren Mengen geeignet ist.

DER PANENKA: Leichtigkeit, Tragekomfort, Inlay… klingt alles sehr aufwändig. Was kostet denn ein Paar?

Jakob: Regulär ist ein Paar für 139 Euro zu haben. Man hat noch die Möglichkeit, seine Schienbeinschoner zu individualisieren, also seinen Namen und die Spielernummer aufdrucken zu lassen, was für noch einmal zusätzlich 10 Euro zu haben ist.

DER PANENKA: Wie ist die bisherige Resonanz auf ZWEIKAMPF?

Jakob: Das Feedback ist bislang durchgehend positiv. Also es ist wirklich keine Marketing-Strategie, wenn ich behaupte, dass wir bislang nicht eine einzige Beschwerde erhalten haben. Wir sind mit der Resonanz absolut zufrieden.

DER PANENKA: Wo wird das Produkt denn eingesetzt, ausschließlich im Amateurbereich, oder auch schon in höheren Ligen?

Jakob: Wir haben unsere Schienbeinschoner in Österreich bis in der ersten Bundesliga im Einsatz, also durch alle Spielklassen hindurch. In Deutschland sind wir ebenfalls im Profibereich vertreten, Spieler der 2. und 3. Bundesliga tragen ZWEIKAMPF-Schoner. Wir reden da also über rund 120 Schonerpaare, die im Profifußball im Einsatz sind. Das ist für den Start natürlich gut, damit bin ich auch sehr zufrieden.
Unser Ziel ist es aber, auch in den großen europäischen Ligen mit unseren Schonern vertreten zu sein, und daran arbeiten wir im Moment. Gleichzeitig wollen wir aber genauso den Amateurbereich abdecken, ganz klar.

DER PANENKA: Jakob, dafür wünschen wir Euch natürlich alles Gute und danken Dir für das spannende Gespräch!

Anmerkung der Redaktion: Die Firma Bernstein Innovation war so freundlich, uns einige ZWEIKAMPF-Schonerpaare für Testzwecke zur Verfügung zu stellen. Da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten und werden die Schoner beim anstehenden Brot&Spiele-Cup auftragen. Eine Rezension dazu werden wir anschließend hier auf DER PANENKA veröffentlichen.

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Ein Gedanke zu „Fußball-Equipment der dritten Dimension

  1. Eine tolle Sache mit den Schienbeinschonern. Ich hatte die Gelegenheit die Schoner am Wochende aktiv im Turnier zu testen und war begeistert vom „Tragekomfort“.
    W.Leffler

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