„Ich brauchte das Geld“

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Foto: Björn Leffler / Sommer 2015

Eines der letzten unbebauten Grundstücke im Stadtteil Prenzlauer Berg ist im Laufe der vergangenen Jahre mit einem Neubau für Luxuswohneinheiten bebaut worden.

Schwacher Protest der Anwohner rührte sich bei der Bekanntgabe des Bauprojektes, da der seit 1986 auf der Häuserwand des Nachbargebäudes aufgemalte, Fußball spielende Berliner Bär nun verbaut werden sollte.

Geschaffen wurde das Wandbild vom damals 36-jährigen Andreas Zahlaus, dem das Werk heute eher peinlich ist: „Das war eine Auftragsarbeit”, so Zahlaus. „Der Magistrat wollte zur 750-Jahr-Feier an der Brandmauer einen Hinweis auf das renovierte Stadion und hat den Künstlerverband beauftragt. (…) Vor mir haben zwei abgesagt, aber ich brauchte das Geld.“

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Auf dem Grundstück wurde nun das Projekt “Cantian-Eck” hochgezogen, der Bau ist mittlerweile fertig gestellt, der Bär ist weg. 47 hochpreisige Wohnungen entstanden hier – was auch sonst.

Die Amateurfußballer, die sich tagtäglich auf einer der beliebtesten Fußball- und Sportanlagen der Stadt tummeln, wird der verschwundene Bär weniger stören. Dennoch fehlt er beim Blick aus der U-Bahn, der kickende Bär. Und damit ein weiteres Puzzlestück Berliner Stadtteilidentität, begraben unter einer weiteren Luxusimmobilie.

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