Kollektive Traumata-Verarbeitung

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Die deutsche Nationalmannschaft steht im Halbfinale der Europameisterschaft. Eine eigentlich simple Botschaft, die jedoch wilde Jubelstürme losgetreten hat, wie sie eigentlich nur bei Titelentscheidungen gewohnt sind. Offensichtlich ist da etwas Besonderes passiert, gestern abend. Und ja, historisch war es allemal – denn es dürfte inzwischen im letzten Winkel von Posemuckel angekommen sein, dass bis gestern abend niemals eine deutsche Auswahl gegen die italienische Squadra Azurra bei einem Turnier gewinnen konnte. Das Viertelfinale der EM 2016 in Frankreich ist damit nunmehr einer der historischen Knackpunkte der Fußballkultur, ganz unabhängig vom sensationellen Einzug der Waliser ins Halbfinale und der hoffentlich anstehenden noch viel größeren Sensation des Halbfinaleinzugs der Isländer. Deutschland hat sich gegen Italien durchgesetzt – ein sportlicher Wahnsinn. Gleichwohl bietet das gestrige Ergebnis weiterhin mythologisch anmutendes Potential, da das Spiel ja an sich 1:1 ausgegangen ist und Deutschland Italien immer noch nicht besiegt hat. Auf die spätestens im Kontext des nächsten Aufeinandertreffens aufflammenden Debatten freuen wir uns jetzt schon. Fürs erste interessiert der immer noch fehlende Erfolg im Rahmen von 90 oder 120 Minuten wohl erstmal nur die wenigsten und das Minimalziel, die Barriere Italien zu überspringen wurde erreicht. Das oft titulierte Trauma ist besiegt.

Dies löste bei vielen den emotionalen Knoten. Die Nacht war dementsprechend gerägt von Jubel, Trubel, Heiterkeit. Einige Impressionen aus München und Berlin, die wir euch einfach mal unkommentiert vor die Füße werfen. Schönen Sonntag euch

und natürlich: Wer den Schaden hat, brauch für den Spott nicht zu sorgen…

 

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