Novum hoch zwei in der Champions-League!

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Wie oft beklagten wir uns über die gehobene Langeweile der Champions-League mit immer den selben Partien und den erwartbaren Ergebnissen? Sehr oft und meist zurecht – so viel Zeit muss sein. Jedoch gilt es angesichts des heutigen Spielplans auch mal eine Eingeständnis an die Losfee zu machen und sich zu bedanken für bisher noch nie dagewesene Spiele. Trotzdem hält sich das Interesse irgendwie in Grenzen…

Erstmalig trifft der VfL Wolfsburg in einem Pflichtspiel auf Real Madrid und weil man sich ja sonst nichts gönnt, bietet das erste Champions-League-Viertelfinale des Vereins den passenden Rahmen für die Partie. Erneut wird von dem größten Spiel der Vereinsgeschichte gesprochen, um die Dramatik der Begegnung auf eine neue Ebene zu hieven. Und das ganze zeigt Wirkung, denn zumindest bekommen die Wolfsburger heute mal ihr Stadion voll. 30.000 Zuschauer finden nicht allzu häufig gemeinsam den Weg in die Volkswagen-Arena. Da müssen dann erst die Herren Ronaldo, Bale, Benzema, Kroos und Marcelo unter Federführung des großen Zinedine Zidane aufschlagen, damit die Arenaparkplätze auch voll ausgeschöpft werden. Die Königlichen in der niedersächsischen Prärie unmittelbar neben der Autostadt und dem global agierenden VW-Konzern. Hinsichtlich dessen Bekanntheitsgrad stellen die Wolfsburger ernsthafte Konkurrenz für Real Madrid dar. Ob dies auch auf den Platz übertragen werden kann, ist zumindest fraglich…

Auch die zweite Partie des heutigen Abends stellt in der Champions-League ein Novum dar. Lediglich einmal trafen PSG und Manchester City in ihrer Vereinsgeschichte in einem Pflichtspiel aufeinander. Im Jahr 2008 ermauerten sich beide in der Gruppenphase der Europa-League, deren Modus damals keine Rückspiele vorsah, ein trostloses 0:0. Auch der in der Schlussphase eingewechselte Dietmar Hamann konnte damals keinen entscheidenden Impuls mehr für die Citizens setzen. Lang ist es her…Zumindest sind aus der Partie damals noch Joe Hart und Vincent Kompany für Manchester aktiv. Die restliche Mannschaft wurde ausgetauscht.

In den letzten sieben Jahren hat sich bei beiden Vereinen viel geändert. Beide wurden als sogenannte „Scheich-Clubs“ mit mehr oder weniger Erfolg an die Spitze des jeweilig nationalen Fußballs geführt. Während Paris St. Germain inzwischen den französischen Fußball nach Belieben dominiert und durch seine absurde Überlegenheit in gewisser Weise auch blamiert, muss Manchester City mit vielen anderen hochgerüsteten Clubs um die Spitze des englischen Fußballs kämpfen. Und dabei gäbe es doch viel dringendere Aufgaben: Es geht um die Krone Europas! Für Man City als auch für PSG. Dieser Anspruch wurde Jahr für Jahr kaum erfüllt. Man City hat erstmals das Viertelfinale der Champions-League erreicht und bewegt sich damit auf dem Niveau des VfL Wolfsburg. Nicht zuletzt deswegen soll der gute Pep ab nächster Saison dem reichen Ensemble ein taktisches Konzept verleihen. Eben jener Pep Guardiola, den Zlatan Ibrahimovic sportlich zwar schätzt, ihn aber persönlich verachtet. Der exzentrisch-geniale Ibrahimovic wird erneut versuchen mit allen Mitteln die Schwächen des Gegners offenzulegen und sich darüber freuen, dass er es diese Saison noch nicht mit Peps Jüngern zu tun bekommen hat. PSG scheiterte in den letzten Jahren des öfteren am ruhmreichen FC Barcelona und würde sich freuen Messi und Co. weiterhin aus dem Weg zu gehen.

Im Parc des Princes in Paris treffen heute zwei sich ähnelnde Modelle aufeinander. Das große Geld gegen das große Geld. Die Folge dessen: eine offene Partie, die sportlich entschieden wird oder im Fall der Fälle zlatanisiert. Wir sind jedenfalls semi-gespannt und werden das mit gebührender Skepsis beobachten. Angesichts der heutigen Partien wächst schon die Vorfreude auf den morgigen UEFA-Cup.

 

 

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