Blauweiße Invasion im Szenekiez

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Dass die Verantwortlichen von Hertha BSC das Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Bröndby Kopenhagen in den Jahnsportpark im Prenzlauer Berg verlegt hatten, führte gestern Abend zu einer wahren Überflutung des bei Familien, Künstlern und Akademikern so beliebten Kiezes rund um die Eberswalder Straße durch die Fans von Hertha BSC.

Es war ein mitunter amüsantes Aufeinandertreffen der Kulturen und zudem sehr spannend zu beobachten, wie es wohl wäre, wenn Berlin einen Proficlub hätte, der in einem so dicht besiedelten Gebiet regelmäßig seine Heimspiele austragen würde. Wir waren selbstverständlich dabei und liefern einen bilderreichen Erfahrungsbericht.

Fotos: Björn Leffler

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Am U-Bahnhof Eberswalder Straße ist es voll. Der ein oder andere Anwohner schaut irritiert und denkt: „Was machen all die Leute hier?“

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Wo es sonst eh schon voll ist, ist es nun noch voller, und vor allem blauweißer: Schönhauser Alle, Ecke Eberswalder Straße

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Anspruchsvolle Gastronomie-Kundschaft trifft auf harten Hertha-Kern: Ein Zusammentreffen der Kulturen auf der Kastanienallee

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Großer Andrang vor dem Jahnsportpark, bereits lane vor Anpfiff

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Die Fans finden eine katastrophale Einlasssituation und völlig überforderte Sicherheitskräfte vor. Die Situation an den Eingängen ist mitunter bedrohlich. Einige Fans warten dicht gedrängt bis zu einer Stunde auf den Einlass ins Stadion. Allein aus Sicherheitsgründe ein totales Desaster.

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Gekommen, um auf Zäune zu starren: Für einen Großteil der Besucher ist die Sicht auf das Spielfeld enorm eingeschränkt. Wer je über das Olympiastadion gemeckert hat, ist gestern Abend froh, dass dort bald wieder die Heimspiele ausgetragen werden.

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Das Fallrückzieher-Tor von Vedad Ibisevic rettet die Stimmung an diesem Abend. Getrübt wird das Spiel durch das Abbrennen von Pyrotechnik auf beiden Seiten. Die Fans können große Mengen an den Sicherheitskräften vorbei ins Stadion bringen. Das Spiel wird kurzzeitig unterbrochen.

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Volle Hütte: der Jahnsportpark platzt sprichwörtlich aus allen Nähten.

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Feierabend: knapp 20.000 Hertha-Fans strömen nach dem Abpfiff zurück in den Kiez, um die Heimreise anzutreten. Von Vielen hört man: „Nie wieder Jahnsportpark!“

So entspannt der Abend im Kiez begann, so wurde am und im Stadion schnell klar, dass der Jahnsportpark für Spiele solcher Größenordnungen nicht mehr zeitgemäß ist. Das Stadion muss dringend saniert werden, und Hertha sollte die Ausflüge in den Prenzlauer Berg erst dann wieder anvisieren, wenn es dort eine modernere Spielstätte gibt. Andernfalls werden sie ihre Fans erneut verärgern.

Dass es bei der Einlasssituation vor dem Stadion nicht zu schlimmeren Zwischenfällen gekommen ist, haben die Veranstalter einzig und allein dem Faktor Glück zu verdanken.

 

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