Der Panenka zum Dienstag – Linekers Verzicht auf die Geschichtsbücher

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In unserer Reihe der gehobenen Elfmeterkunst widmen wir uns den schön-schrecklichen Momenten des Fußballsports. Es sind die Momente, in denen spielerische Leichtigkeit zur arroganten Hochnäsigkeit verkommen. Der Panenka gehört diesbezüglich zu den hervorragenden Kulturgütern des Fußballs und findet insbesondere in den letzten Jahren verstärkt Anwendung. Immerhin ist die Chance recht groß in den Zahnrädern unserer Mediengesellschaft relativ schnell zum großen Fußballkünstler aufzusteigen. Mit nur einem einzigen – wohlgemerkt besonders ausgeführten – Elfmeter erhält man Eintritt in die Riege der Zidanes, Messis und Pirlos. Für diese Eintrittskarte müssen wir alle auch heute noch dem großartigen Antonin Panenka danken, dem wir an dieser Stelle nur ganz randständig huldigen wollen.

Im neunten Teil unserer Serie werden wir aber mal wieder ein wenig historisch und beweisen damit, dass auch schon in grauer Vorzeit (die rustikalen 90er Jahre) die gewitzte Elfmeterkunst ihre Anwendung fand. Gary Lineker versuchte sich im Vorfeld der Europameisterschaft von 1992 in einem Testspiel gegen Brasilien an einem Panenka. Schließlich wollte er mit diesem Kunstschuss mit dem damaligen Rekordtorschützen der Three Lions – Bobby Charlton – gleichziehen. Besondere Momente erfordern jedoch nicht immer eine besondere Ausführung und so kam es, wie es kommen musste. Er scheiterte und traf nie mehr für England. Ein tragischer Held, der jedoch zumindest mit einem legendär gewordenen Spruch der Verzweiflung in die Fußballgeschichte eingegangen ist.

„Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“

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