Die Nationalelf im Berliner Olympiastadion

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 Morgen treffen im Berliner Olympiastadion Deutschland und England im Rahmen eines ausverkauften Freundschaftsspiels aufeinander. Weil das letzte, worüber wir im Rahmen der Länderspielpause berichten möchten, die drohende Terrorgefahr ist, konzentrieren wir uns hier ganz bewusst auf etwas völlig anderes.

Nämlich das in die Diskussion geratene Berliner Olympiastadion als Stätte wichtiger deutscher Länderspiele. Wir haben hier vier Beispiele aus drei Jahrzehnten herausgesucht, beginnend mit dem ersten Match der westdeutschen Elf während der WM 1974, als der Austragungsort West-Berlin als politisches Symbol Richtung Osten bewusst gewählt wurde. In einem zähen Spiel gelang der Schön-Elf ein wichtiger Sieg zum Auftakt. Das Siegtor von Paul Breitner war dabei der einsame Höhepunkt des Spiels.

Das zweite Spiel unserer Wahl ist das EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Bulgarien, welches nur eineinhalb Jahre nach dem bitteren Aus der deutschen Mannschaft gegen Bulgarien im Viertelfinale der WM 1994 in den USA stattfand. Das 3:1 im Olympiastadion gilt einerseits als moralischer Grundstein der Nationalmannschaft für den späteren Titelgewinn in England und andererseits als fußballerisches Erweckungserlebnis für den lange Jahre darbenden Sportstandort Berlin. Jeder, der dem Spiel damals beiwohnen durfte, kann bezeugen, dass das keine übertriebene Behauptung ist.

Spiel drei ist ein WM-Qualifikationsspiel der Deutschen gegen Portugal, bei der 1997 der DFB seine Bewerbungskampagne für die WM 2006 befeuern wollte. Neben einem Schriftzug, der auf der Gegengerade aus grünen und weißen Sitzkissen geformt wurde, verteilte Sponsor adidas 76.000 kostenlose Deutschland-Trikots mit dem Aufdruck „WM 2006“. Eine Aktion, die bis heute beispiellos geblieben ist. Das Spiel endete 1:1, und es ist eines der wenigen Beispiele, bei denen ein Spieler für übertriebenes Zeitspiel während der Auswechslung eine glatt rote Karte bekam.

Das letzte Spiel unserer Auswahl ist das unvermeidliche WM-Viertelfinale 2006, Deutschland gegen Argentinien, als die deutsche Nationalmannschaft den großen Favoriten aus Südamerika im Elfmeterschießen niederringen und ins Halbfinale vorstoßen konnte. Es wird wohl eine Weile dauern, bis ein Länderspiel im Berliner Olympiastadion wieder eine solche Atmosphäre erzeugen wird, wie es an diesem Nachimttag der Fall war.

Wir schwelgen also ein bisschen in Erinnerungen und wüschen Euch viel Spaß auf der filmischen Reise durch die Vergangenheit – und vielleicht ja auch morgen Abend im Stadion.

Auf ein friedliches, gewaltfreies Länderspiel. Eure PANENKA-Redaktion

West-Deutschland – Chile 1:0 1974 (Weltmeisterschaft)

Deutschland – Bulgarien 3:1 1995 (EM-Qualifikation)

Deutschland – Portugal 1997 1:1(EM-Qualifikation)

Deutschland – Argentinien 2006, 5:3 i.E. (Weltmeisterschaft)

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