FUSSBALLBÜCHER, DIE MAN HABEN MUSS

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Heute Abend bin ich einmal durch die hauseigene Fußball-Bibliothek mäandert und habe eine kleine Serie begonnen: „Fußballbücher, die man haben muss.“ Ohne Anspruch auf Vollzähligkeit natürlich, aber ein paar Schmuckstücke sind durchaus dabei.

Erster Teil

 

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„FUSSBALL UNSER – Was man nicht alles wissen muss“ (2006)
E.Augustin, P.v.Keisenberg, C.Zaschke
Süddeutsche Zeitung Edition / 189 Seiten

Großartiges, ledergebundenes Standardwerk, das die Süddeutsche Zeitung zur WM 2006 herausbrachte. Das Büchlein im Taschenformat versammelt höchst unterhaltsame Fakten aus der Fußballwelt. Ob Obdachlosen-WM, Maskottchen-Ranking oder Trikotsponsoren – alles findet seinen Platz. Ein Werk, das man nur schwerlich weglegen kann und auf dem Nachttisch eh eine gute Figur macht.
Bester Satz: Die Kult-Rede von Giovanni Trappatoni im vollen Wortlaut.

 

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„FEVER PITCH – Die Geschichte eines Fans“ (1992)
Nick Hornby
Kiepenheuer & Witsch / 335 Seiten

Ein absoluter Klassiker. Quasi die Autobiographie des bis dato völlig erfolglosen Autors Nick Hornby, der mit der eingängig geschilderten Geschichte über seine Leidenschaft zu Arsenal London weltberühmt wurde und heute zu den bestbezahlten Autoren der Welt gehört. Das Buch ist eine Bibel für all jene, die allen Widrigkeiten und Enttäuschungen zum Trotz immer wieder dem zwanghaften Drang erliegen, ihr Team bedingungslos zu unterstützen – auch wenn der letzte Titel schon ein paar Jahrzehnte zurück liegt. Im Prinzip also nichts für Bayern-Fans. Alle anderen werden es in kürzester Zeit verschlungen haben.
Bester Satz: „Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden.“

 

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„Fußball Weltmeisterschaft England 1966“ (1966)
Dr. Wilfried Gerhardt
Deutscher Bücherbund Stuttgart, Hamburg / 168 Seiten

Ein großartiger Schinken, herausgegeben im Jahr des Wembley-(Nicht-)Tores. Der Lattenschuss von Geoff Hurst, der einst die ganze Bundesrepublik (und sicher auch einige Fußballfans im sozialistischen Osten des Landes) erbeben ließ, überstrahlt diese bislang einzige Weltmeisterschaft auf englischem Boden leider völlig. Dieses vom DFB selbst herausgegebene Werk legt den Schwerpunkt auf das Turnier der deutschen Mannschaft, die letztlich großartiger Vizeweltmeister wurde. Das umstrittene Tor im Finale von London, das den Engländern den Titel ermöglichte, wird hier angenehm sachlich abgehandelt. Ein charmantes Werk, das mit seinem teils etwas hölzernen Schreibstil unfreiwillig komisch wirkt.
Bester Satz: „So jubelten die Schweden über die 1:0-Führung gegen Deutschland – die Führung dauerte nur eine Minute.“

 

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„Faszination Fankurve – Ein Streifzug durch Europas Stadien“ (2005)
Thomas Krämer
Stadionwelt / 175 Seiten

Der gemeine Groundhopper kommt um dieses Werk (und seine vier Nachfolge-Bände) nicht herum. Der reich bebilderte Band aus dem Hause „Stadionwelt“ (www.stadionwelt.de) lässt eigentlich keine Wünsche in Sachen Fanfotografie offen. Es werden Choreografien aus den oberen deutschen und einigen internationalen Ligen gezeigt. Hier wird deutlich, dass sich die von den Anhängern durchgeführten Aktionen zu einer ganz eigenen, häufig unterschätzten Kunstform entwickelt haben.
Bester Satz: Das Buch ist ein reiner Bildband, ganz nach dem Motto „Bilder sagen mehr als tausend Worte.“ Was in diesem Fall absolut zutreffend ist.

 

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„Die Geschichte der Champions League“ (2010)
Thomas Lötz, Reinaldo Coddou H.
Delius Klasing / 141 Seiten

Dieses aufwendig produzierte Buch beschäftigt sich ausschließlich mit dem 1993 neu geschaffenen Wettbewerb „UEFA Champions League“ und lässt noch einmal alle seitdem ausgetragenen Finals ausführlich aufleben, was bildlich und textlich hervorragend gelungen ist. Vom unvermeidlichen Last-Minute-Sieg Manchesters 1999 über Dortmunds Sensations-Sieg gegen Juventus bis hin zum Überraschungs-Coup des FC Porto 2004 oder Liverpools grandioser Aufholjagd im Jahr darauf – nichts fehlt hier, und die Gänsehaut kriecht einem beim Lesen in den Nacken. Ein Buch, das man erst dann aus der Hand gibt, wenn man sich durch jedes einzelne Finale und den ausführlichen Statistik-Teil gefräst hat.
Bester Satz: „…und Kahn tat, wie ihm geheißen.“

von Björn Leffler

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