„Hertha wer?“

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Sonntagmorgen rollt der Ball auf den Berliner Amateursportplätzen. Die Jugend rennt sich die Füße wund, um den hohen Anforderungen der Trainer gerecht zu werden. Man merkt deutlich, wie die jungen Nachwuchskicker in Spielweise, Gestiken und Mimiken die Profis nachahmen.

Aber auch am Rande des Spielfeldes sind vor allem die Ergebnisse der Berliner Top-Mannschaften ein ständiger Vergleich. Auf der Sportanlage am Kreuzberger Eckmannufer ist beispielsweise die C-Jugend des 1. FC Lübars zu Gast und führt komfortabel und hochverdient 2:0. Als den Gastgebern erst das 1:2 und kurz darauf das 2:2 gelingt, tobt der Trainer der Lübarser an der Seitenlinie: „Machen wir jetzt einen auf Union, oder was?“ Damit spielt er vermutlich auf die verspielte 3:1-Führung der Köpenicker am Samstag gegen Nürnberg an. Endergebnis 3:3.

Der rhetorisch Konter darauf folgt – unbewusst – eine halbe Stunde später auf der Elke-Lasker-Sportanlage in Friedrichshain, wo die B-Jugend des FSV Berolina Stralau überlegen und mühelos ihren Pankower Gegner beherrscht und dies mit einem sehenswerten Spielzug zum zwischenzeitlichen 3:0 untermauert, unter großem Beifall.

Am Rande des Spielfeldes unterhalten sich der Wurstbudenbetreiber und ein Zuschauer, ein rüstiger Rentner an stabilem Gestock. Der Wurstfachmann anerkennend: „Mensch, schön! Dit läuft ja wie bei Hertha!“
Der Rentner, verwirrt: „Hertha – wer?“
„Na, BSC.“
„Die kenn ick nich‘!“

So sieht wohl gesunde Antipathie aus. Sport frei und schönen Sonntag!

 

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