Wenn der Schiri aus der Reihe tanzt…

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Die Schiedsrichter sind normalerweise die moralische Instanz auf dem Spielfeld. Wenn dem mal nicht so ist, ist die Verwirrung groß…

von Björn Leffler

Beim gestrigen Bundesliga-Freitagsspiel zwischen Schalke 04 und Bayern München musste Schiedsrichter Manuel Gräfe Mitte der ersten Hälfte behandelt werden, da er sich offenbar während des Spiels vertreten hatte. Der Referee biss in der Folge auf die Zähne und brachte die Partie erfolgreich über die Bühne, obwohl er merklich unrund lief.

Er brachte seinem Berufsstand damit deutlich mehr Respekt ein als einige seiner Vorgänger, die in der Vergangenheit eher unrühmlich aufgefallen waren. Hier muss natürlich Wolf-Dieter Ahlenfelder genannt werden, der 1975 das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Hannover 96 nach 32 Minuten abpfiff. Der Schiedsrichter war offensichtlich deutlich alkoholisiert, da er sich nach eigener Aussage vor dem Spiel zum Mittagessen ein Bier und einen Malteser-Schnaps einverleibt hatte.

Nach einigen energischen Protesten der Spieler ließ sich Ahlenfelder überreden, die erste Hälfte weiterlaufen zu lassen, pfiff diese dann nach immerhin 43 Minuten ab und brachte das Spiel letztlich noch erfolgreich zum Ende. Das Spiel endete 0:0, Ahlenfelder wurde daraufhin für zwei Wochen gesperrt und konnte dann seine insgesamt sehr erfolgreiche Karriere als Referee fortsetzen. Beim DFB machte man damals also keinen allzu großen Wind um die Sache.

Ahlenfelder ließ sich in seiner unverwechselbar rustikalen Art davon auch nicht beeinträchtigen. Gern tachtelte er einem zu aufmüpfigen Spieler direkt auf dem Spielfeld mal die Meinung. Überliefert ist beispielsweise folgendes Zwiegespräch mit Paul Breitner:

Paul Breitner: „Ahlenfelder, du pfeifst wie ein Arsch.“
Ahlenfelder:„Breitner, kann es sein, dass du spielst wie ein Arsch?“

Sehr viel größer, aber auch deutlich amüsanter, war der Fehltritt eines weißrussischen Kollegen vor einigen Jahren, der vor dem Spiel offenbar deutlich mehr als nur ein Bier und einen Malteser genossen haben muss:

 

Und mitunter kommt es auch mal vor, dass dem Schiedsrichter der müde Kick auf dem Rasen derartig gegen den Strich geht, dass er kurzerhand selbst ins Spielgeschehen eingreift, wie hier der englische Schiedsrichter Howard Webb:

 

Wir sind also voller Vorfreude auf die – hoffentlich nicht spielentscheidenden – Kapriolen der DFB-Schiedsrichtergilde am heutigen Spieltag und empfehlen vor dem Anpfiff noch ein zünftiges Herrengedeck!

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